Die perfekte Hochzeitstorte für Eure freie Trauung – Ein Interview mit Alexa von Harder


Auf der Suche nach der richtigen Hochzeitstorte


Auf der Suche nach der perfekten Hochzeitstorte für die freie Trauung stößt man auf eine sehr große Auswahl: 3-stöckig, 6-stöckig, weiß, bunt, blumig oder doch lieber eine ausgefallene „Motto-Torte“? Es gibt unzählige Möglichkeiten bei der Gestaltung einer Hochzeitstorte. Aber nicht nur im Aussehen unterscheiden sich die Torten, es gibt auch viele Geschmacksrichtungen, bestätigt Alexa von Harder (Inhaberin des exklusiven „Alexa von Harder Cafés“ in München).

Ich bin ja ein bekennender Hochzeitsfan und ich liebe ausgewählte Süßspeisen. Dazu gehört Schokolade, aber dazu gehören auch leckere Törtchen. „Leckere Törtchen“ sind nicht gleich „leckere Törtchen“ muss ich jedoch an dieser Stelle hinzufügen. Ich liebe das Handwerk, bewundere das Aussehen und ich liebe den guten Geschmack gleichermaßen. Mein Motto ist: „Weniger ist mehr“.

Die Hochzeitstorte ist nach wie vor ein beliebter Brauch bei Hochzeitsfesten. Es wurde jetzt echt mal Zeit darüber ein Blogartikel zu schreiben. Ich bin Expertin für Hochzeitsreden, aber bei Hochzeitstorten kann ich nicht mitreden. Deswegen gibt es auch dieses Mal eine großartige Experten-Unterstützung für diesen Blogbeitrag. Ich habe Alexa von Harder hierfür eingeladen. Sie ist eine Meisterin, wie ich finde ist sie sogar Torten-Künstlerin – ja, sie schafft Kunstwerke. Bei ihr bleibt kein Tortentraum unerfüllt. Alexa durfte ich im Laufe meines Trauredner-Daseins kennenlernen. Sie ist ein wunderbar positiver Mensch, Herzensgut und eine Kämpfernatur. Ich freue mich ganz besonders, dass sie sich die Zeit für für SCHÖNELIEBE genommen hat!

Bevor wir zum Interview und den Tipps von Alexa kommen, lasst mich ganz vorne anfangen. Ich möchte mit der Geschichte und den Brauch der Hochzeitstorte beginnen.


Der Brauch und die Herkunft der Hochzeitstorte

Woher stammt der Brauch der Hochzeitstorte?
Die Hochzeitstorte, so wie sie es heute gibt, entstand im 19. Jahrhundert. Verfolgt man die Geschichte, so lässt sich nicht ganz eindeutig nachvollziehen woher sie stammt. Es heißt, dass es wohl schon im antiken Rom den klassischen „Hochzeitskuchen“ gab, jedoch gibt es für das Mittelalter keine wirklichen Belege für diesen Brauch. Der Ursprung wird schlussendlich in England vermutet. Die mehrstöckige Torte wurde in England durch die Hochzeit einer Tochter von Königin Viktoria im Jahr 1859 bekannt.

Über die Jahrzehnte hat sich die Hochzeitstorte bei uns etabliert, sie ist nicht mehr wegzudenken und gehört schon fast unweigerlich zu einer Hochzeit bzw. freien Trauung dazu. So richtig gute Hochzeitstorten sind für mich Kunstwerke und ich erfreue mich immer wieder an wunderschönen Bildern. Ich frage ich mich oft, ob die Torten wohl genauso gut schmecken, wie sie ausschauen!?

Bei unserer eigenen freien Trauung haben wir uns damals für eine ganz schlichte, weiße Torte entschieden. Sie war nicht nur schön anzuschauen, sondern hat auch noch gut geschmeckt. 2014 sahen die Torten jedoch noch anders aus (finde ich) und in den letzten Jahren hat sich auf diesem Gebiet viel getan.

Wann schneidet man die Hochzeitstorte an?
Der Zeitpunkt, wann die Torte innerhalb des Hochzeitstages angeschnitten wird, ist ganz unterschiedlich. Der Moment des Anschneidens hängt von einigen Faktoren ab: Wann beginnt die freie Trauung? Soll die Torte während Kaffee & Kuchen genossen werden? Wird die Hochzeitstorte als Nachspeise nach dem Dinner gereicht? Wie bei allem im Leben sollte das Brautpaar auf das eigene Bauchgefühl hören und für sich selbst entscheiden, wann der beste Zeitpunkt für die Präsentation und den Anschnitt ist. Ich finde nicht, dass eine Torte immer zwangsläufig nur zu Kaffee & Kuchen gereicht werden muss – ein Abendsnack bzw. ein Nachtisch kann sie ebenso sein.

Hand oben, Hand unten. Welche Bedeutung hat das WIE beim Anschneiden?
Es heißt, dass das Anschneiden der Torte wohl viel über den Verlauf der Ehe aussagt. Der Partner, der die Hand beim Anschneiden der Torte oben liegend hat, wird wohl auch in Zukunft das Sagen in der Ehe haben. So richtig glaube ich ja nicht daran. Meiner Meinung nach ist das meist genau andersherum 😂. Aber es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, wie es die Gäste interessiert, wer die Hand beim Anschneiden obenliegend hat. Das anschließende „füttern“ gehört übrigens auch zum Hochzeitstorten-Brauch und symbolisiert die gegenseitige Fürsorge in der Ehe.


Wie findet das Brautpaar die passende Hochzeitstorte?

Hochzeitstorte ist nicht gleich Hochzeitstorte, das habe ich in den letzten Jahren in der Hochzeitsbranche mitverfolgen können. Es gibt optische & geschmackliche Unterschiede.

Wie kann das Brautpaar, bei so einer großen Hochzeitstortenauswahl, den richtigen Hochzeitskuchen finden? Ich habe mir Rat von einer Expertin auf dem Gebiet, nämlich von Alexa von Harder, geholt. Alexa habe ich über die Hochzeiten kennenlernen dürfen und ich bin unheimlich dankbar dafür. Mich fasziniert ihre Herangehensweise, diese Detailverliebtheit und ihr unermüdlicher Einsatz. Sie liebt was sie tut – da sind wir uns ziemlich ähnlich!

ÜBER ALEXA VON HARDER
Alexa hat schon immer das Backen geliebt. Nach dem Abitur ist sie für ein Praktikum nach Vancouver gegangen und hat dort einen ersten Einblick in die Welt der Backkünste von Thomas Haas bekommen. Diese Zeit hat sie unglaublich geprägt, denn ohne diesen Erfahrungsschatz hätte sie vielleicht die Ausbildung zur Konditorin nicht begonnen. Zur Erklärung: Thomas Haas wurde von den Zeitschriften Chocolatier und Pastry Art and Design zu einem der zehn besten Konditoren Amerikas gekürt und erlebte seinen weiteren Aufstieg, als er mehrere Auftritte in Martha Stewart Living und anderen internationalen Fernsehsendungen hatte. Nach Alexa´s Ausbildung ging sie nach Paris und sie selbst sagt: „Das war eine tolle & wertvolle Zeit, gerne würde ich wieder für 1-2 Jahre dorthin zurück“. Nach Paris folgten u.a. Stationen wie die Meisterschule, der erfolgreiche Abschluss zur Betriebswirtin und die Anstellung im Hotel Vierjahreszeiten in München.

Mit ihren noch nicht einmal 30 Jahren hat die gebürtige Münchnerin schon unglaubliches geleistet und geschaffen. 2019 setzt Alexa von Harder das Tüpfelchen auf dem i und macht mit ihrem Verlobten Kevin (Vollblut-Gastronom & starker Teampartner) den großen Traum der Selbstständigkeit wahr. Die beiden eröffneten letztes Jahr ihr eigenes Café in München Bogenhausen.

Alle beruflichen und privaten Station haben Alexa geprägt und aus jeder Phase konnte sie etwas fürs Leben und vor allem auch für die Selbstständigkeit mitnehmen!


Tipps vom Profi: Das Interview mit Alexa


Alexa, kurz vorne weg… was fasziniert Dich so an Hochzeitstorten?
Jede Torte lässt sich individuell gestalten und an das Konzept der Hochzeit anpassen. Der Weg zur perfekten bzw. individuellen Torte ist das Faszinierende. Oft zeichne ich die Torte vorab und freue mich, die Idee dann in der Woche vor der Hochzeit umsetzen zu dürfen.

Welche Unterschiede gibt es bei den Torten?
In der Tat gibt es viele verschiedene Torten. Cremetorten & Sahnetorten; flache Torten & hohe Torten; mit Fondant oder Creme oder Schoko; eckig oder rund. Für mich sind Torten vergleichbar mit Kunst – und in der Kunst gibt es ja auch große Unterschiede!

Wenn sich das Brautpaar auf die Suche nach einer Konditorei für die Hochzeitstorte macht, worauf müssen sollte es dann achten?
1. Wichtig zu wissen ist, dass man nicht jede beliebige Füllung in eine mehrstöckige Torte zaubern kann. Lasst Euch beraten und vertraut auf den Profi.
2. Meiner Meinung nach solltet Ihr bei der Planung der Tortengröße niemals 1 Stück Torte pro Person einkalkulieren. Ich rechne mit ca. 2/3 der Gästezahl, denn es wäre doch wirklich schade, wenn zu viel übrig bleibt.
3. Sucht Eure Hochzeitsdienstleister nach dem gewünschten Hochzeitsstil aus, so auch die Konditorei. Die Zusammenarbeit wird für beide Seiten sehr schwierig, wenn diese Grundbasis nicht stimmt.
4. Wenn Ihr als Brautpaar nicht zwingend eine bestimmte Konditorei bzw. Tortenmanufaktur im Kopf habt, dann greift auf lokale Dienstleister zurück. Ihr könnt Euch zum Teil hohe Lieferkosten sparen (die nebenbei gesagt oftmals nicht mehr im Verhältnis mit dem Preis der Torte stehen).

Alexa, bist Du der Meinung, dass das Brautpaar den Kuchen vorab verkosten sollte? 
Eine Verkostung ist (finde ich) bei kulinarischen Entscheidungen besonders wichtig. Den Geschmack könnt Ihr nicht sehen, erzählt bekommen oder spüren. Ihr sollt den Kuchen selbst schmecken und entscheiden, ob Euch der Geschmack zusagt. Wenn Euch eher die Optik und weniger der Geschmack wichtig ist, dann ist eine Verkostung natürlich nicht notwendig. Ich persönlich würde dringend dazu raten, bevor es eine böse Überraschung am großen Tag gibt.

Copyright: Judith Stoop

Kannst Du kurz erzählen, wie eine typische Zusammenarbeit mit Deinen Brautpaaren abläuft? Gibt es ein klassisches Kennenlernen? 
Für ein erstes, unverbindliches Treffen bietet sich unser kleines Café absolut an. Meist kommt das Brautpaar zunächst in den Laden und wenn dem Brautpaar die Umgebung gefällt, dann sprechen sie uns direkt an. Diese Herangehensweise finde ich besonders angenehm, da dies eine sehr unaufdringliche Art des Kennenlernens ist. Der zweite Schritt ist das Angebot. Sobald wir die Rahmenbedingungen für die Wunschtorte wissen, können wir ein erstes, individuelles Angebot für unsere Brautpaare erstellen. Entscheiden sich die Paare für uns, vereinbaren wir einen persönlichen Termin zum Cake-Tasting. Hier nehme ich mir bis zu 1,5 Stunden Zeit für meine Brautpaare, damit sie die Torten in Ruhe probieren und wir über alle Details sprechen können.

Es heißt, dass man den ersten Stock einer Hochzeitstorte nicht am Tag der freien Trauung essen sollte – dieser ist einzufrieren und sollte später gegessen werden. Wenn das nicht gemacht wird, dann bricht Unglück über das Brautpaar hinein. Glaubst Du daran & würdest Du das bei Deiner eigenen Hochzeit auch so machen?
An Unglück glaube ich nicht, aber ich kenne diese Tradition. Ich finde es ehrlich gesagt eine schöne Sache. Ich würde das auch bei unserer Hochzeit so machen, da man dann ein Original-Hochzeitstortenstück vom Tag der Hochzeit hat, welches man 1 Jahr später essen kann. Es wäre ja etwas anderes, wenn man die Hochzeitstorte ein zweites Mal bestellen würde.

Wieviel Stückchen Kuchen bekommt man bei den unterschiedlichen Stockwerken bei Euch so raus?
Bei uns können die Brautpaare mit folgender Stückzahl rechnen: 1-stöckig: ab 14 Stück; 2-stöckig: ab 20 Stück bis 40 Stück; 3-stöckig: ab 55 Stück – 100 Stück; 4-stöckig: ab 100 Stück (siehe Grafik).

Wieso gibt es Preisunterschiede bei den Hochzeitstorten?
Das liegt oft vor allem an der Art der Zubereitung und der Qualität der Lebensmittel. Man kann eine Torte sehr günstig herstellen, die schmeckt dann aber in den meisten Fällen auch dementsprechend. Auf der anderen Seite gibt es die qualitativ hochwertigen Zutaten und die Arbeit mit Liebe zum Detail. Eine Sache, die ich in den letzten Jahren gelernt habe ist: Eine schöne Torte braucht Zeit und das kostet wiederum Geld.

Ich könnte wohl die ganze Zeit mit Dir über Torten philosophieren, liebe Alexa. Eine allerletzte Frage zum Abschluss habe ich noch: Was ist Dein absolutes No Go bei Kundenwünschen?
Da gibt es eine ganz klare und kurze Antwort: Braut und Bräutigam-Figuren auf meinen Torten gibt es nicht und wird es auch nie geben.

Vielen Dank für die vielen Tipps und Informationen, die sicher sehr interessant und hilfreich für die Brautpaare sind. Liebe Alexa, lieber Kevin, habt weiterhin ganz viel Freude und Erfolg bei Eurem Herzensprojekt. Für die Hochzeit im kommenden Jahr wünsche ich Euch von Herzen alles Liebe & Gute! Bis ganz bald bei Euch im Laden zu Kaffee & Törtchen ❤️.

Madeleine

MEHR VON ALEXA VON HARDER
Café: Konditorei & Pâtisserie, Ismaninger Str. 50, 81675 München
Website: www.alexavonharder.com
Instagram: @alexavonharder

Copyright Bilder: Judith Stoop & Kristina Assenova

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